NutzerInnen
Wen wollen wir mit dem Angebot ansprechen?
Unser Projekt richtet sich an alle Menschen, die an manueller Arbeit interessiert sind und dem Selbstgefertigtem einen eigenen Wert zugestehen. Sie suchen eine handwerkliche Betätigung als Ausgleich zu anderen Lebensbereichen, um ihr Wohlbefinden, ihre Fähigkeiten und ihr Selbsterleben zu stärken. Sie sind an erlebnisorientierter Erfahrung interessiert.
Die Vielfalt von Frauen und Männern, Menschen aller Generationen, verschiedener sozialer und nationaler Herkunft mit einem breiten Spektrum von Interessen, Talenten und Bedürfnissen machen den Charakter unserer Werkstätten aus.
Wir möchten die oben beschriebenen Potentiale der Eigenarbeit auch Menschen in schwierigen Lebenslagen zugänglich machen. Durch inklusive Angebote sollen sie den Weg in unsere Werkstatt finden. Jedes offene Angebot verzichtet auf eine Stigmatisierung ihrer NutzerInnen und lässt Begegnungen unabhängig des gesellschaftlichen und sozialen Hintergrundes zu.
StadtteilbewohnerIn
"Es gibt immer etwas zu diskutieren oder ein abgeschlossenes Werkstück zu feiern."
Eine Offene Werkstatt verknüpft Kommunikation und Austausch mit Produktivität. Durch die gemeinsame Nutzung von Raum und Maschinen und die lebendige Diskussion um Werkstücke und -techniken entsteht ein Begegnungsraum über kulturelle, gesellschaftliche und Altersgrenzen hinweg. Als Gelegenheitsstruktur wirkt sie Vereinsamungs- und Vereinzelungstendenzen entgegen und belebt den Stadtteil.
Mögliche Angebote:
- Private Nutzung mit/ohne Fachberatung
- Freies Kursangebot
- Veranstaltungsraum (Ausstellungen, Seminare, Vorträge)
- Ausgangspunkt für soziales und kulturelles Engagement
- Städtisches Ferienprogramm
- Werkcafe, Treffs
SchülerIn
„Ich bin auf der Suche, möchte Neues ausprobieren."
"Ob die Tischlerlehre passend für mich ist?“
Handwerkliche Praxis ist ganzheitliches Lernen: kognitiv, emotional und sozial. Schulnahe Angebote fördern junge Menschen in modernen Schlüsselqualifikationen, aber auch in der grundlegenden Persönlichkeitsbildung. Der Einblick in die Werkstatt verbindet Theorie und Praxis, bietet vor allem aber die Möglichkeit, persönliche Fertigkeiten und Vorlieben im Hinblick auf die spätere Berufswahl zu entdecken.
Mögliche Angebote:
- Berufsorientierung
- Vertiefende Praxisprojekte aus dem Werkunterricht umsetzen
- Erlebnispädagogik am Werk
- Theorie in die Praxis umsetzen/abstrakte Inhalte begreifen
- Erlebnis-Werkstatt-Tage, verbunden mit Fragen regionaler Nachhaltigkeit
- Beiträge zur Vorschulerziehung und zum Ganztagesunterricht
- Girls Day
- LehrerInnenfortbildung
Das Haus der Eigenarbeit in München setzt mit großem Erfolg Schulprojekte und -kooperationen um.
MigrantIn
"Ich hab früher viel selbst gemacht, mir immer zu helfen gewusst.
"Die Hausfrauenrolle ist eine moderne Erfindung."
Ähnlich zu den Interkulturellen Stadtteilgärten, die zum gemeinsamen Gärtnern einladen und entspannt den kulturellen Austausch pflegen, setzt auch die Offene Werktstatt auf Inklusion. Im Gegensatz zu zielgruppenorientierten Angeboten ist es nicht nötig, sich als einer bestimmten Gruppe zugehörig zu definieren. Der Fokus liegt auf den Stärken und Ressourcen - das gemeinsame Werk verbindet.
Mögliche Angebote:
Kurse zu Handwerk aus anderen Kulturkreisen, in Fremdsprachen
- Kursangebote von AsylwerberInnen
- Interkulturelle Feste
- Inklusion von unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen
HobbyhandwerkerIn/ Kreative
„Mein Bett baue ich mir selbst, ganz nach meinem Geschmack!“
Die Möglichkeiten zu handwerklicher Betätigung sind gerade in der Stadt rar. Es fehlt am Wissen um handwerkliche Techniken, die passende Ausstattung in der kleinen Hobbywerkstatt und an der Zeit. Durch den öffentlichen Rahmen erhält altes Handwerk neue Wertigkeit. Die professionelle Ausstattung und fachliche Betreuung ermöglichen kleine Vorhaben und größere Projekte. Wem es gelingt, freie Zeit produktiv zu nutzen und außerhalb der Erwerbsarbeit oder Schule „Aufgaben“ zu sehen, die eine persönliche Bedeutung/einen Sinn haben, wird für sich eine befriedigende Lebenssituation herstellen können. Die Nutzung der Offenen Werkstatt ist Teil einer aktiven, sinnerfüllten Freizeitgestaltung.
Mögliche Angebote:
- Kursangebot in Abstimmung mit der Volkshochschule
- Hobbytreffs
- Leih- und Tauschbörse
- Altes Handwerk neu belebt
Ein ambitioniertes Angebot für Jugendliche bieten in Salzburg "freiträume".
Beschäftigungslose/r
„Der Mensch lebt nicht von Erwerbsarbeit allein. Im Gegenteil.“
Der Verlust des Arbeitsplatzes bedeutet oft den Ausschluss vom gesellschaftlichen Leben, ein Sinken des Selbstwertgefühls und das Lahmlegen des Aktivitätspotentials. Im Gegensatz zur „passiven“ Hilfe, bietet die Idee der „Öffentlichen Eigenarbeit“ eine Aktivierungsstrategie, die Eigeninitiative und Selbsthilfe fördert. Wer auch abseits von der Erwerbsarbeit auf sinnerfüllte Tätigkeit und gemeinschaftliche Strukturen zurückgreifen kann, ist in Zeiten der Arbeitslosigkeit widerstandsfähiger.
Mögliche Angebote:
- Beschäftigungsinitiativen in Kooperation mit dem AMS
- Forschung und Vorträge über neue Formen der Arbeit
Berufstätige/r
„Weil es mein Ausgleich zum vielen Denken und Sitzen im Büro oder vor dem Fernseher ist.
Hier arbeite ich mit meinen Händen, sehe etwas Entstehen. Die handwerkliche Arbeit entspannt und erdet mich. "
Die Auseinandersetzung mit dem Material, mit den Händen arbeiten und sich spüren, sich über das Ergebnis freuen stärkt psychisch und mental. Wenn eine NutzerIn des Hauses der Eigenarbeit in München davon spricht, dass ihr die Ablenkung und das Krafttanken in der Offenen Werkstatt in einer schwierigen Lebenssituation eine größere Hilfe war, als die Psychotherapie, ist die Wirkung dieses Settings nicht zu unterschätzen.
Mögliche Angebote:
- Burn-Out-Prävention
- Psychosoziale Angebote
Nachhaltigkeitsorientierte/r
„Selbermachen als neue Lebenshaltung ist die Politik der Tat.
Durch mein Handeln verändere ich die Welt."
Dinge selbst herzustellen macht im Gegensatz zum Konsum der fertigen Produkte den Wert der Dinge bewusst und wirkt sich so auf das Konsumverhalten aus. Eigenarbeit schließt auch das Reparieren und Restaurieren von Dingen mit ein. Somit birgt sie Potential für eine Änderung des Konsumverhaltens und eine umweltbewusstere Lebensweise.
Mögliche Angebote:
- Regionale Produktwerkstätte
- Reparatur & Recyclingworkshops
- Zukunftswerkstätte
